Angesichts der zunehmenden Hitzewellen in Nordrhein-Westfalen spricht sich die Landeselternschaft der Gymnasien in NRW (LE Gym NRW) für eine pragmatische und verlässliche Lösung an weiterführenden Schulen aus. Das klassische „Hitzefrei“, wie es aus der Grundschule bekannt ist, führe an Gymnasien und anderen weiterführenden Schulen häufig zu Unterrichtsausfällen und Lernlücken – und stellt viele Eltern vor erhebliche Betreuungsprobleme.
„Wir schlagen deshalb die Einführung eines landesweit einheitlichen Kurzstundenmodells vor“, erklärt Yvonne Sterz, Vorstandsmitglied der LE Gym NRW. „Alle Schulstunden sollen in Phasen großer Hitze auf 30 Minuten verkürzt werden. So können die Schülerinnen und Schüler früher nach Hause gehen und sind den extremen Temperaturen nicht so lange ausgesetzt. Gleichzeitig vermeiden wir, dass zu viel Unterrichtsstoff verloren geht.“
Das Modell soll flexibel gestaltet werden: Pausen und Bewegungseinheiten können in kühlere Tageszeiten verlegt werden, und Fachunterricht, der besondere Ausstattung benötigt, kann priorisiert in kühlere Räume oder Zeiten gelegt werden. Zusätzlich sind ausreichende Trinkmöglichkeiten, Sonnenschutz und ggf. klimatisierte Räume oder Ventilatoren notwendig, um den gesundheitlichen Schutz zu gewährleisten.
Ein weiterer Vorteil: Während kurzfristiges Hitzefrei für berufstätige Eltern häufig ein organisatorisches Problem bedeutet, würde das Kurzstundenmodell Planungssicherheit schaffen. „Das Modell bietet den Eltern eine verlässliche Grundlage für ihre beruflichen Aktivitäten und die Betreuung ihrer Kinder“, betont Sterz. Lehrkräfte können außerdem digitale Materialien bereitstellen, um Inhalte bei verkürzten Stunden oder kurzfristigem Unterrichtsausfall zu ergänzen. Gleichzeitig müsse aber für die Schülerschaft der Unterstufe nach dem kurzen Unterrichtstag eine Betreuung vorgehalten werden, damit für die berufstätigen Eltern keine Betreuungsprobleme an heißen Tagen entstünden.
„Gerade in längeren Hitzeperioden könnten so Unterrichtsausfälle reduziert werden, ohne dass Lerninhalte auf der Strecke bleiben“, so Sterz. „Ein landesweit verbindliches Kurzstundenmodell würde für Klarheit und Verlässlichkeit sorgen. Wir brauchen jetzt eine Lösung – Hitzefrei darf nicht länger eine chaotische Ausnahme bleiben.“
Die Landeselternschaft appelliert daher an das Schulministerium, gemeinsam mit Schulträgern und Schulleitungen ein solches Modell verbindlich einzuführen. Die LE Gym NRW steht bereit, Konzepte zu erarbeiten und Erfahrungen aus den Schulen zu bündeln. „Wir halten dies für einen pragmatischen und fairen Kompromiss zwischen Gesundheitsschutz und Bildungsauftrag, der Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte spürbar entlastet.“
Hinweis: Zur besseren Lesbarkeit verwenden wir das generische Maskulinum, selbstverständlich sind alle Geschlechter gleichermaßen angesprochen.