0211 / 17 11 883 info@le-gymnasien-nrw.de

Zum Beginn des neuen Schuljahres erreichen die Landeselternschaft der Gymnasien in NRW zahlreiche Beschwerden von Eltern über zu schwere Schulranzen ihrer Kinder. Besonders in der Erprobungsstufe klagen Familien darüber, dass Schulranzen mit Schulbüchern, Arbeitsheften und weiteren Materialien nicht selten mehr als zehn Kilogramm wiegen.

„Dies kann zu gesundheitlichen Problemen führen“, warnt Dr. Oliver Ziehm, Vorsitzender der Landeselternschaft der Gymnasien in NRW. „Die Kinderkommission des Bundestages empfiehlt nach neusten Studien eine Belastung von nicht mehr als 10-15 Prozent des Körpergewichts. Bei einer Schülerin mit 30 Kilo Körpergewicht wären dies also nicht mehr als 4,5 Kilo. In der Realität tragen viele Kinder mehr als das Doppelte auf den Schultern.“

Die Folgen sind nicht nur gesundheitlicher Natur: Viele Eltern sehen sich gezwungen, ihre Kinder mit dem Auto zur Schule zu bringen, da ein sicherer Transport der schweren Schultaschen zu Fuß oder mit dem Fahrrad kaum möglich ist. Dr. Ziehm dazu: „Mit dem Eltern-Taxi schränken wir auch wichtige Aspekte der selbstständigen und klimafreundlichen Mobilität von Schülerinnen und Schülern ein.“

Darüber hinaus beeinträchtige das tägliche Schleppen der schweren Taschen auch die Lernmotivation der Kinder. Die ständige Belastung führe nicht selten zu Lustlosigkeit und Unlust am Lernen. Zudem komme es häufig vor, dass Schülerinnen und Schüler – bewusst oder unbewusst – vergessenes Material als Ausrede nutzen, weil es schlicht zu anstrengend sei, jeden Tag alle Unterlagen mitzunehmen. Dies führe im Unterricht zu erheblichen Störungen und Benachteiligungen gegenüber anderen Kindern, da ein reibungsloser Unterricht durch fehlende Materialien erschwert würde.

Die Landeselternschaft fordert deshalb die Schulen auf für Entlastung zu sorgen: „Zunächst wäre da eine deutliche Beschleunigung der Digitalisierung von Schulbüchern. “, so Dr. Ziehm. Darüber hinaus wäre es sinnvoll, wenn die Schüler in der Klasse ein eigenes Fach oder eine Kiste hätten, wo die Bücher verbleiben könnten. „Überdies sollten sich die Lehrkräfte überlegen, ob wirklich bei jeder Unterrichtsstunde das komplette Material dabei sein muss.“

Im Sinne der Gesundheit und Sicherheit der Kinder müsse eine Lösung dringend gefunden werden. „Wir möchten gerne alle am Schulleben Beteiligten für dieses Thema sensibilisieren und dazu aufrufen Lösungen zügig umzusetzen“, so Ziehm anschließend.