Austausch im Landtag NRW: Prävention braucht belastbare Daten
Auf Einladung der SPD-Fraktion im Landtag Nordrhein-Westfalen nahm die Landeselternschaft der Gymnasien NRW an der Fachveranstaltung „Schutz und Verantwortung – Kinder- und Jugenddelinquenz im Fokus“ teil. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wissenschaft, Justiz, Polizei, Jugendhilfe und Bildung wurde über Ursachen von Kinder- und Jugenddelinquenz sowie über wirksame Strategien zur Prävention diskutiert.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen die Fragen, wie Gewalt und Delinquenz frühzeitig erkannt werden können, welche Rolle Schule und Jugendhilfe dabei spielen und welche Maßnahmen notwendig sind, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen. Für die LE Gym NRW machte Vorstandsmitglied Yvonne Sterz deutlich, dass Prävention nur auf der Grundlage verlässlicher Daten gelingen kann. Aus Sicht der Landeselternschaft besteht ein erheblicher Handlungsbedarf bei der Erfassung von Vorfällen an Schulen. „Wir dürfen nicht länger bei einer Dunkelziffer verharren. Nur wenn wir wissen, wie häufig Gewalt, Mobbing, Diebstahl oder sexualisierte Übergriffe tatsächlich an Schulen vorkommen, können wir wirksame Präventionsmaßnahmen entwickeln und die notwendige Unterstützung bereitstellen.“
Die LE Gym NRW spricht sich deshalb für eine landesweit einheitliche und systematische statistische Erfassung aller relevanten Vorfälle an Grundschulen und weiterführenden Schulen aus. Dabei geht es ausdrücklich nicht um eine automatische strafrechtliche Verfolgung oder um zusätzliche bürokratische Belastungen für Schulen. Ziel ist vielmehr eine belastbare Datengrundlage, ohne die eine zielgerichtete Präventionsarbeit kaum möglich ist.
Aus Sicht der Landeselternschaft sprechen mehrere Gründe für eine solche Erhebung:
- Mehr Transparenz: Das tatsächliche Ausmaß von Gewalt, Mobbing, Diebstahl und sexualisierten Übergriffen wird derzeit nur unvollständig sichtbar.
- Frühzeitige Prävention: Nur auf Grundlage belastbarer Daten können Präventionsprogramme und Unterstützungsangebote dort ausgebaut werden, wo sie tatsächlich benötigt werden.
- Bedarfsgerechter Einsatz von Fachkräften: Eine valide Datengrundlage erleichtert die Forderung nach zusätzlichen Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern sowie weiteren Unterstützungsangeboten.
- Schutz aller Beteiligten: Früh erkannte Problemlagen ermöglichen Hilfe für betroffene Kinder und Familien, bevor Konflikte eskalieren oder sich problematisches Verhalten verfestigt.
Die Veranstaltung machte deutlich, dass Prävention nur gelingen kann, wenn Herausforderungen offen benannt und faktenbasiert bewertet werden. Die LE Gym NRW wird sich deshalb weiterhin dafür einsetzen, dass Gewaltvorfälle an Schulen transparent erfasst werden und auf dieser Grundlage wirksame Präventions- und Unterstützungsmaßnahmen entwickelt werden.