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Klimawandel kommt im Klassenzimmer an – jetzt müssen die Schulen vorbereitet werden

Die Landeselternschaft der Gymnasien in Nordrhein-Westfalen (LE Gym NRW) unterstützt die aktuelle Diskussion um einen besseren Hitzeschutz an Schulen und spricht sich für flexible Kurzstundenmodelle ausdrücklich auch für Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe aus. Angesichts der zunehmenden Zahl von Hitzetagen und längeren Hitzeperioden sei es notwendig, den Schulalltag an die veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen, ohne dabei den Bildungsauftrag aus den Augen zu verlieren.

„Wir brauchen praktikable Lösungen, die sowohl den Gesundheitsschutz als auch die Unterrichtsversorgung im Blick behalten“, erklärt der Vorsitzende der LE Gym NRW, Dr. Oliver Ziehm. „Gerade in der Oberstufe verbringen Schülerinnen und Schüler oft bis in den Nachmittag hinein viele Stunden in aufgeheizten Klassenräumen. Ein flexibles Kurzstundenmodell kann hier Lehrkräfte und Lernende gleichermaßen entlasten.“

Bereits im Sommer 2025 hatte die LE Gym NRW ein landesweit einheitliches Kurzstundenmodell für weiterführende Schulen vorgeschlagen. Damals sprach sich der Verband dafür aus, Unterrichtsstunden in Phasen extremer Hitze auf 30 Minuten zu verkürzen, um Unterrichtsausfälle zu reduzieren und gleichzeitig die Belastung für die Schulgemeinschaft zu senken.

„Statt Unterricht ersatzlos ausfallen zu lassen, sollten Schulen die Möglichkeit haben, flexibel auf extreme Wetterlagen zu reagieren“, so Ziehm weiter. „Kurzstundenmodelle, angepasste Pausenzeiten, digitale Arbeitsphasen oder die Nutzung geeigneterer Räume können dazu beitragen, dass auch während längerer Hitzeperioden möglichst viel Unterricht stattfinden kann.“ Die Landeselternschaft betont zugleich, dass kurzfristige Einzelmaßnahmen allein nicht ausreichen werden. Der Klimawandel werde die Schulen dauerhaft vor neue Herausforderungen stellen.

„Wir müssen uns darauf einstellen, dass längere Hitzephasen künftig zur Normalität gehören werden“, sagt Ziehm. „Deshalb brauchen wir neben organisatorischen Lösungen auch Investitionen in die Schulgebäude. Verschattungssysteme, außenliegende Jalousien, moderne Belüftungsanlagen und eine hitzeresistente Bauweise dürfen nicht länger als Luxus betrachtet werden, sondern sind eine Voraussetzung für gesundes Lernen und Arbeiten.“

Die LE Gym NRW fordert daher das Land Nordrhein-Westfalen und die Schulträger auf, gemeinsam verbindliche Rahmenbedingungen für den Hitzeschutz an Schulen zu entwickeln. Dabei sollten die Schulen vor Ort ausreichend Handlungsspielräume erhalten, um auf ihre jeweiligen baulichen und organisatorischen Gegebenheiten reagieren zu können. „Nicht jede Schule steht vor denselben Herausforderungen. Deshalb brauchen wir keine starren Vorgaben, sondern flexible Modelle, die den unterschiedlichen Bedingungen gerecht werden. Unser Ziel muss sein, Gesundheitsschutz, Verlässlichkeit und Unterrichtsqualität miteinander zu verbinden“, betont Ziehm.

Die Landeselternschaft der Gymnasien in NRW wird die Diskussion um zeitgemäße Hitzeschutzmaßnahmen weiterhin konstruktiv begleiten und die Erfahrungen der Elternschaft in den politischen Dialog einbringen.