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Schüler brauchen mehr individuelle Förderung - keine
Gleichmacherei
Die Landeselternschaft der Gymnasien in NRW lehnt
gleiche Lernziele für alle Schüler aller Schulformen ab.
- Gleiche
Lernziele für alle Schüler bedeuten das Ende von Bildungsgerechtigkeit.
Sie missachten die unterschiedlichen Schülerbegabungen. An einen
Hauptschüler in Klasse 10 können nicht die gleichen Anforderungen
gestellt werden wie an einen Gymnasiasten. Gleiche Lernzielvorgaben
führen zwangsläufig zu einer Überforderung der Hauptschüler und zu einer
Unterforderung der Schüler des Gymnasiums.
- Jeder
Schüler hat ein Recht entsprechend seiner Fähigkeiten und Fertigkeiten
gefördert zu werden. Gleiche staatliche Lernzielvorgaben für alle
Schüler schließen unterschiedliche Förderziele aus. Sie verstoßen gegen
das in Artikel 6 Abs. 2 der Landesverfassung verbürgte
Recht von Kindern und Jugendlichen „ auf Entwicklung und Entfaltung
ihrer Persönlichkeit.“
- Gleiche
Lernziele bedeuten die Einheitsschule für alle Schüler. Sie sind das
Ende des gegliederten Schulsystem und somit das Ende des Gymnasiums in
NRW. Die unterschiedlichen Schulformen bieten unterschiedliche
Bildungsmöglichkeiten an, die Befähigung und Neigung der einzelnen
Schüler berücksichtigen. Der Erhalt unterschiedlicher Schulformen ist
nur dann gewährleistet, wenn in den unterschiedlichen Schulformen auch
unterschiedliche Lernziele angestrebt werden. Wo Gymnasium über der
Eingangstür steht, muss auch der Unterricht am Bildungsziel des
Gymnasiums ausgerichtet sein.
- Die
Schulen brauchen mehr Ruhe und Augenmaß in der Schulpolitik um ihren
Bildungsauftrag zu erfüllen. Stattdessen fassen Landesregierung,
Schulministerium und Koalitionsfraktionen fast täglich undurchdachte und
Ideologie geleitete Entschlüsse. Sie alle werden die Schülerleistungen
nicht verbessern, solange den unterschiedlichen Schülerbegabungen nicht
durch mehr individuelle Förderung Rechnung getragen wird. Hierzu gehören
klare schulformbezogene Lernzielvorgaben,
klare Übergangsanforderungen für die unterschiedlichen Schulformen in
der Sekundarstufe I und nicht
zuletzt die ausreichende Bereitstellung von qualifizierten und
motivierten Lehrern.
Das Ausrufen der
Einheitsschule mit einheitlichen Lernzielvorgaben kann die schulpolitischen
Probleme des Landes nicht lösen. Es lenkt lediglich von ihnen ab.
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