04.04.2003: Gute Grundschulergebnisse versus differenziertes Schulsystem?

 

Die vorab in der Presse bekannt gegebenen Ergebnisse der IGLU-Studie haben gezeigt, dass die deutschen Schüler im Bereich Lesen in der Primarstufe besser abgeschnitten haben als in der PISA-Studie, bei der die Leistungen der 15-Jährigen verglichen wurden.

Die neuen Ergebnisse rechtfertigen nicht eine Verlängerung der Grundschulzeit. Ebenso wenig können sie als Beleg für die Überlegenheit eines integrierten Systems missverstanden werden. Dennoch werden in der öffentlichen Diskussion immer mehr Stimmen laut, die nun ein Ende des gegliederten Systems fordern.

PISA hat gezeigt, dass gute oder schlechte Schülerleistungen unabhängig von der Struktur des Schulsystems sind. Was viele nicht wissen: Gesamtschulen in anderen Ländern differenzieren teilweise viel stärker als unser gegliedertes Schulsystem.  

Wir brauchen keine Strukturdebatte, sondern

·     eine Verbesserung des Unterrichts

Der anspruchsvolle Unterricht muss mit einem schülerorientierten Unterrichtsklima, guten Lehrer-Schüler-Beziehungen verbunden werden. Schüler müssen sich durch ihre Lehrer unterstützt fühlen. Guter Unterricht muss aus Elternsicht sowohl die Leistung als auch die Motivation und das Interesse der Schüler fördern.

·     individuelle Förderung der Schüler

Jeder Schüler – der leistungsstarke wie der schwache – hat das Recht auf individuelle Förderung. Die Landeselternschaft spricht sich schon lange für die systematische Erstellung individueller Schülerprofile aus, damit auf diese Weise gezielte schulische Fördermaßnahmen eingeleitet werden können.

·     eine Bekämpfung des Lehrermangels an Gymnasien

Individuelle Förderung und eine Verbesserung des Unterrichts sind nicht kostenneutral umzusetzen. Dringend gebraucht werden mehr und gut qualifizierte Lehrkräfte. Die derzeitige Lehrerversorgung der Gymnasien in NRW ist jedoch schlecht. Hier wird Mangel verwaltet und nicht beseitigt.