Die Landeselternschaft fordert 2-Säulen-Modell für NRW
Bildungskonferenz ohne Einigung bei Schulstruktur.
Jetzt ist es Aufgabe der Politik einen Schulkonsens zu entwickeln.
Nach Abschluss der Bildungskonferenz wird häufig von Konsens in der Bildungspolitik und Schulfrieden gesprochen. In der Tat hat die einberufene und mit mehr als 50 Verbänden und Organisationen überparteilich besetzte Bildungskonferenz in vielen schulischen Bereichen wichtige Empfehlungen ausgesprochen, wie u.a. den Ausbau eines flächendeckenden Angebotes an Ganztagsschulen und eine Lehrerfortbildungsoffensive zur besseren individuellen Förderung der Schüler. Positiv zu bewerten ist auch die gute und sachliche Gesprächsatmosphäre in der Konferenz.
In der Schulstrukturfrage allerdings konnte kein Konsens erzielt werden. Die Landeselternschaft der Gymnasien sah sich außerstande, den Empfehlungen des Arbeitskreises V „Schulstruktur in Zeiten des demographischen Wandels“ zuzustimmen. Wir fordern die mittelfristige Einführung eines 2-Säulen-Modells für NRW. Neben dem Gymnasium soll als 2. Säule ein differenziertes System unterschiedlicher Schulformen stehen, das alle allgemeinbildenden Abschlüsse der Sekundarstufe ermöglicht.
Die Grundsätze der Schulstruktur müssen landesweit parlamentarisch geregelt sein. Zusätzliche Freiräume der Kommunen zur Gestaltung eigener Schullandschaften sind hier nicht zielführend. Zu befürchten ist eher eine schleichende Entstaatlichung in der Bildungspolitik, indem sich das Land aus seiner Verantwortung zurückzieht. Dies führt zu ungerechten Bildungsbedingungen vor Ort, insbesondere in Hinblick auf die Ausstattung von Schulen in armen und reichen Regionen sowie zu einer ungesicherten Lehrerversorgung. Zu befürchten ist weiterhin, dass unter diesen Bedingungen allgemeingültige Bildungsstandards nicht zu halten sein werden. Die föderale bildungspolitische Kleinstaaterei in Deutschland wird durch ein solches schulstrukturelles kommunales Durcheinander nur noch weiter verschärft.
Die Landeselternschaft hofft auf einen Schulfrieden im Land. Lange schon fordert sie eine produktive Ruhe an den Schulen ein und eine Konzentration auf die Verbesserung des Unterrichts. Unabdingbare Voraussetzungen für einen Schulfrieden sind für uns allerdings
- die Bestandsgarantie für das Gymnasium als eigenständige feste Säule des Schulsystems in NRW und
- gleiche Rahmenbedingungen für alle Schulformen; keine Schulform darf in personeller und finanzieller Sicht gegenüber einer anderen bevorzugt werden.